schon toll, wie twitter manchmal tatsächlich das macht, was es soll.
vor weniger als zwei wochen hatte ich mir ein kollaboratives projekt namens #tweetscapes ausgedacht und auf twitter einen kleinen teilnahmeaufruf veröffentlicht. nachdem mein freund Martin den weitergeleitet hatte, war quasi innerhalb von minuten ein kompetentes team von technologiebegeisterten musikern beisammen. heute morgen haben wir uns bereits zum zweiten mal beraten und arbeiten jetzt konkret an der technischen umsetzung.
2010 wird’s dann wohl stattfinden; sobald es einen genauen termin gibt, melde ich mich.
habe ein spassiges experiment vor, dessen zutaten eine ferngesteuerte live-band und eine twitterwall umfassen und bin auf mithilfe angewiesen - bitte einmal hier klicken: klangzentrale.net/tweetscapes
habe Andreas Drägestein vom macmagazin ein kurzes interview zum thema melodyne gegeben - hier in Andreas’ Screencast nachzuhören.
soviel eigenlob muss drin sein:
So leise und intim Nachtlüx klingen, so intensiv und dicht ist das, was auf diesem Debüt zu hören ist. Die Musiker scheinen ihre Instrumente zu streicheln. Jede Tonfolge entwickelt sich langsam. Die Klänge sind sehr plastisch herausgeschnitzt, was an der äußerst gelungenen Produktion liegt. Der Bass ist voluminös und rund. Die Gitarren knarzen, zirpen - sie unterhalten sich oder hängen ihren Gedanken nach. Per Notebook werden sachte Electronica eingespeist. Immer wieder tastet sich behutsam ein Fender Rhodes durch die Songs. Das nach Regentropfen klingende Instrument findet seine ideale Partnerin in Lea W. Frey, deren sehnsuchtsvoll verspielter Gesang von der Heimatlosigkeit einer ziellosen, in sich zerrütteten Generation kündet. Manchmal erinnert ihre Stimme an Meret Becker. Die Berliner nennen ihre Musik “Tagtraum- und Nachtmahrmusik”, was perfekt ausdrückt, worum es dem Duo geht: die Alltagsrealität verblassen lassen und das Abgründige im Menschen hervorkehren. Nachtlüx’ Musik ist nonkonform, experimentell und freigeistig. Daher lässt sich “Nach Norden” in keine der gängigen Stilkategorien einpferchen. Das spricht für Nachtlüx, denn welche Band kann schon von sich behaupten, einzigartig zu klingen? Nachtlüx dürfen das.
(Michael Schäfer, Zillo Musikmagazin 06 / 09)
ich mache einfach nochmal werbung in eigener sache: am 28. mai ist es soweit. wir feiern unsere große nachtlüx record release party im icon in berlin-prenzlberg (cantianstr. 15, beginn 21 uhr, 8 euro). support ist MiNIMUM - und wir werden einen ganz besonderen special guest aus london dabeihaben, sogar mit uns auf der bühne: den teufelsflötisten mikey kirkpatrick. danach trinken + tanzen + alles.
alles weitere auf www.nachtluex.de
habe mir gestern den neuen sloterdijk du musst dein leben ändern gekauft - und bin bereits hocherfreut. der rilke’sche imperativ im titel (aus dem archaischen torso apollos) läßt ja ein durchaus praxisaffines buch erwarten und sloterdijk läßt das auch in der einführung schon anklingen. mal sehen, was da noch kommt: ich habe noch knappe 700 seiten gedankenspaß vor mir.
was auf jeden fall schonmal gänsehauterregend gut gelungen ist: seine betrachtung des namensgebenden gedichtes. die selbstverständlichkeit, mit der er die bekannten schlußzeilen seziert, ist fast schon beängstigend. locker-leicht spricht er die magischen wahrheiten dieser sätze aus, die mich - und wahrscheinlich die meisten - seit dem ersten lesen nicht mehr losgelassen haben, die unbewusst auch immer als maxime meines eigenen lebens gegolten haben, die jeder vertrackten entscheidungsfindung letzten endes ihre richtung gegeben haben. es ist schon ein unterschied, ob man die kraft einer wortkombination nur unterbewusst spürt, oder ob einem dieselbe fast verlustfrei aufgefächert wird. danke dafür.
denn da ist keine stelle / die dich nicht sieht: so soll musik doch klingen, so soll doch eigentlich jedes kunstwerk beschaffen sein, oder nicht? damit wäre man dann wieder bei bob dylan. der hat ja unübersehbar auch gerade mal wieder ein neues album rausgebracht. die single beyond there lies nothin groovt schonmal tierisch. und: die neue bionade ist tatsächlich so lecker wie das wort quitte im namen vermuten lässt, allerdings habe ich sie bisher nur im untergeschoß von karstadt am herrmannplatz finden können und auch nur in den gräßlichen plastikflaschen - bewusste verknappung oder distributionsverpeilung?
so, back to lektüre solange die sonne noch den balkon beleuchtet.
das debut nach norden meines projektes nachtlüx ist seit dem 27.3. auf amazon und itunes erhältlich. alle informationen zum album und ein paar tracks zum reinhören gibt’s hier.
“Auf die Musik von Nachtlüx muss man sich einlassen und sich viel Zeit nehmen, um sie auf sich wirken zu lassen. Man wird mit einem Klang- und Seelenerlebnis aller erster Güte belohnt. Für Nach Norden kann es eigentlich nur die Höchstbewertung geben. Empfehlung!” (wertung: 20/20 - musikansich)
“Melancholischer, sinnierender, Verstand benutzender Pop aus Berlin. Will heißen: kein Einheitsmischmasch aus der Konserve, vielmehr ein klangbetonter, kunstvoller, stimmungsreicher, farbenfroher Klangteppich. Es lebt, die Musik geistert, verliert sich im Allerlei des Alltags. Ein Freiflug durch die Nacht.” (- monstersandcritics)
so, es geht los. unsere 10-tägige tour zu ehren unseres albums “nach norden” startet morgen in calw, danach stuttgart, ulm, freiburg, zürich, rottenburg… alle termine gibt’s hier.
kommt vorbei! es wird schön.
…oder fast. simon hat uns vorgeschlagen, jetzt müssen nur noch möglichst viele leute kommen und uns per klick auf das kleine herzchen ganz nach vorne küssen. hier entlang bitte: tvnoir.de/nachtlux.
zugegeben, ist schon ein paar tage alt, aber solange es noch nicht jeder gesehen hat, muss man halt nochmal drauf hinweisen: thru-you (oder hier, falls es wieder down ist). der israelische produzent kutiman hat aus versatzstücken dilettierender youtube-musikanten in liebevoller bastelarbeit eigene songs geschaffen.
damit hat er nicht nur das erste wirklich überzeugende beispiel funktionierender internetkunst abgeliefert und wahrscheinlich ein neues genre erfunden, sondern nebenbei auch noch ein paar wunderschöne musikalische kleinode erschaffen, die zwar immer auf der kippe zur stilübung stehen, aber dank geballt-gesammelter substanz auch tatsächlich ins ohr und unter die haut gehen.
danke an martin für den tip.