#tweetscapes - twitter-gesteuerte improvisation
worum geht‘s?
eine gruppe von musikern gibt ein konzert, welches per livestream ins internet übertragen wird. die musiker improvisieren frei, müssen sich dabei jedoch an bestimmte anweisungen halten, welche vor ihnen an eine wand projiziert werden. der witz: bei den anweisungen handelt es sich um twitter-statusmeldungen (tweets), welche per hashtag gruppiert und an einer twitterwall gesammelt werden.
es findet also eine gruppenimprovisation statt, welche einerseits per mobiltelefon vom beim konzert anwesenden publikum beeinflusst wird, andererseits auch über das internet gehört und ferngesteuert werden kann.
die anweisungen können sich sowohl an einzelne instrumentalisten, als auch an die gesamte band richten und müssen im augenblick des eintreffens umgesetzt werden. sie müssen und sollen dabei nicht notwendigerweise musikalischer natur sein, sondern können auch bildhaft, abstrakt oder sonstwie formuliert sein.
beispiele:
“band: leiser & langsamer werden”
“bass: solo”
“percussion: spiel etwas dunkelblaues”
“keys: erzähle von deinem ersten kuss”
“sax: du bist godzilla und willst alles zerstören”
“gitarre: spiele genau das, was dein linker nachbar spielt”
“drums: spiele immer das gegenteil von dem, was dein rechter nachbar spielt”
“band: zählt bis zehn, hört dann auf zu spielen”
es ergibt sich also eine kommunikation nicht nur innerhalb der band, sondern ebenso zwischen den musikern und einer in echtzeit komponierenden öffentlichkeit, welche ja im verfassen ihrer anweisungen wiederum auf das gerade gespielte reagiert.
offensichtliche fragen & ihre antworten
wann findet das statt?
keine ahnung, zuerst müssten sich mal ein paar experimentierfreudige musiker und eine geeignete location finden. wer interesse hat, melde sich bitte per kommentarfunktion oder email bei mir.
ich möchte der fairness halber darauf hinweisen, daß das ganze umso cooler wird, je improvisationsgeübter die teilnehmenden musiker sind - wer noch nie mit anderen frei gespielt hat, möge es sich also bitte gut überlegen.
kann ich mitmachen?
ja, ich bitte darum. wer als performer dabeisein möchte, wie gesagt am besten per mail. wer das event einfach nur nicht verpassen möchte, der kann mir auf twitter folgen, mein blog per rss-feed abonnieren, facebook-fan werden oder mir einfach eine mail an tweetscapes@klangzentrale.net schicken, dann schicke ich newsletter rum.
das kommt mir bekannt vor…
ja, ich kann und will eine gewisse konzeptionelle ähnlichkeit zu kompositorischem gedankengut der zweiten hälfte des 20. jhd nicht ausschließen (zb John Zorn). trotzdem - finde ich - ist der ansatz noch nicht ganz ausgelutscht und vor allem in verbindung mit social media und livestreams gehen da sicher noch ganz andere spannende sachen.
wird das nicht schwierig, wenn zu viele leute mitmachen und die band alle fünf sekunden eine neue anweisung ausführen muss?
wahrscheinlich schon, aber da finden wir noch eine lösung. vielleicht wird‘s auch einfach sehr lustig. oder es macht einfach gar keiner mit, dann gehen wir halt zusammen ein bier trinken :)



[...] habe ein spassiges experiment vor, dessen zutaten eine ferngesteuerte live-band und eine twitterwall umfassen und bin auf mithilfe angewiesen - bitte einmal hier klicken: klangzentrale.net/tweetscapes [...]
Nur um diesen Punkt:
“wird das nicht schwierig, wenn zu viele leute mitmachen und die band alle fünf sekunden eine neue anweisung ausführen muss?” vielleicht zu entschärfen und das ganze mit einem kleine auslose moment zu verbinden wie wäre es wenn die Band alle 20, 30 oder 60 lies x sek (das wissen die musiker hier sicher besser, einen von den tweeds der sich auf der Pinnwand innerhalb der letzten x sek gesammelt hat zugelost bekommen. Sollten in den letzten x sek keiner dazu gekommen sein kann man itterative auf die vorherigen noch nicht abgearbeiteten Einträge zurückgreifen.
just my 2 cents
@greg:
ja, das hab ich mir auch schon überlegt. ich will allerdings nur im äussersten notfall irgendeine art von filter - vor allem zeitlich - zum einsatz bringen, da die anweisungen sich ja auf das beziehen sollen, was gerade passiert und insofern zeitnah umgesetzt werden müssen.
man kann aber natürlich einfach eine maximale tweet-dichte definieren, so daß das ganze in stoßzeiten halt ein bisschen verlangsamt wird.
Ich find die Idee supercool. Allerdings sehe ich auch das Problem, dass superviel Nonsens kommen kann. Wer einmal bei einer Konferenz war, wo es eine offene Twitter-Wall gab, der weiß genau, was gemeint ist. Viele Leute wollen nicht sichtbar sein, um etwas beizutragen, sondern um sich selbst darzustellen. Und so twittern sie dann auch. Ich halte also einen Filter für notwendig. Aber die Filterfunktion muss natürlich die Live-Idee (also: “macht *jetzt* das, was ich schreibe”) ermöglichen.
Ein zweiter Grund für einen Filter ist meines Erachtens auch noch, dass man den Musikern ja Zeit geben sollte, eine Anweisung auch umzusetzen. Wenn das Sax als Godzilla alles zerstören will und sofort danach (von einem Witzbold) die Anweisung kommt, dass es als Mäuschen fiepen muss, dann ist das nur auf Anhieb komisch. Letztlich muss man den Musikern die Möglichkeit geben, das Eingeforderte auch zu machen.
@martin:
da hast du natürlich recht. ich bin so ein bisschen von der allgemeinen vernünftigkeit der welt ausgegangen - vielleicht sollte man die aber nicht unbedingt zu 100% voraussetzen.
den zeitfaktor finde ich immer noch sehr wichtig - in meiner vorstellung des ganzen ist es auch mal gewünscht, daß genau in einem bestimmten augenblick eine bestimmte anweisung kommt, also genau an der richtigen stelle dieser übergang vom godzilla zum mäuschen stattfindet.
da muss man sich wohl einen mittelweg überlegen.
naja, jetzt schau ich erstmal, daß genug mittäter zusammenkommen, die konkrete ausformung kann man dann ja noch diskutieren.
Hi,
geile Idee, allerdings habe ich als Bassist etwas Ehrfurcht vor der zu erwartenden Geschwindigkeit der Anweisungen… irgendwie missbehagt mir die Idee, zum verngesteuerten Twitterspielzeug der Web-Meute zu werden… ehrlich gesagt hadere ich noch etwas, tendiere aber stark zum Ausprobieren. Mehr als Kackophonie kann nicht rauskommen und das kann bei jeder freien Impro passieren… Uns als Musikern bleibt letztlich ja immer noch die Freiheit, Anweisungen zu ignorieren wenn sie gerade nicht umsetzbar sind. Wenn die Musiker die Freiheit haben, die Twitterwall als Anregung zu verstehen, erledigt sich auch das Filter-Problem.
Ach scheiss drauf, du hast jetzt meine Mail, ich mach mit.
@peter:
cool, ich freu mich!
auch über die tolle resonanz via twitter. mit dabei sind jetzt @beichstaedt, @juergenreiter, @alexschnapper, @isartom(?) und du.
aktueller stand: http://twitter.com/venezian/tweetscapes
für die nachzügler: wir machen morgen um 14 uhr skype-konferenz, wer noch mitdiskutieren mag, schickt mir am besten per mail (siehe http://www.klangzentrale.net/kontakt) seinen skype-usernamen.
wir sollten danach vielleicht die kommunikation auf etwas board-ähnliches umlegen, sonst wird’s unübersichtlich. können wir ja morgen besprechen.
ick freu mir.
[...] das macht, was es soll. vor weniger als zwei wochen hatte ich mir ein kollaboratives projekt namens #tweetscapes ausgedacht und auf twitter einen kleinen teilnahmeaufruf veröffentlicht. nachdem mein freund [...]
geile Idee, allerdings habe ich als Bassist etwas Ehrfurcht vor der zu erwartenden Geschwindigkeit der Anweisungen… irgendwie missbehagt mir die Idee, zum verngesteuerten Twitterspielzeug der Web-Meute zu werden… ehrlich gesagt hadere ich noch etwas, tendiere aber stark zum Ausprobieren. Mehr als Kackophonie kann nicht rauskommen und das kann bei jeder freien Impro passieren… Uns als Musikern bleibt letztlich ja immer noch die Freiheit, Anweisungen zu ignorieren wenn sie gerade nicht umsetzbar sind. Wenn die Musiker die Freiheit haben, die Twitterwall als Anregung zu verstehen, erledigt sich auch das Filter-Problem.
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